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Förderkreis Galerie 21 e.V.
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Wenn Weinetiketten eine Geschichte erzählen
(Fuldaer Zeitung, 2. Mai 2018)

 
Heribert Burkert mit einem seiner Werke. Foto: V. Feuerstein

Schau von Heribert Burkert in der Galerie 21

FULDA

Zu einer Zeitreise ins 18. Jahrhundert lud der Vorsitzende des Förderkreises Galerie 21 die Gäste der Vernissage zur Ausstellung der Etiketten des Weinhistorischen Konvents der letzten 25 Jahre ein.

Von unserem Redaktionsmitglied VOLKER FEUERSTEIN

Eine spannende Reise auf der Kunsttreppe der Firma Trüffel Wein & Delikates, hatte doch Heribert Burkert (65) die Zusammenstellung seiner originellen Etiketten mit mancher neuen Theorie zum Spätlesereiter gewürzt.

Nicht nur der passende Rahmen macht die Ausstellung zu einem harmonischen Erlebnis, auch die grafischen Anleihen des Künstlers bei Zeitgenossen des Spätlesekuriers, dem Kupferstecher Jean-Michel Moreau und seinem Kostümbuch "Monuments de Costume physique et morale“ und der "Uniformkunde“ von Richard Knötel sind eine geniale Zusammenführung von Vergangenheit und Gegenwart.

Mit seinen Interpretationen der Fuldaer Weinkultur – einst und jetzt - ist es Heribert Burkert gelungen, eine historische Reise zu bebildern, die sich mit einem Glas Wein in der Hand zum sinnlichen Genuss steigern lässt.

Wie Burkert erläuterte, gab es die ersten Flaschen vom Fuldaer Frauenberg 1993, und im Lauf der Jahre hätten sich nicht nur die Etiketten, sondern auch der Inhalt der Flaschen positiv entwickelt. So sei auf den Grafiken bis 2009 immer das Kloster und der darunter liegende Weinberg und die weibliche Sonne abgebildet, wenngleich sie in der Realität nie in der Himmelsrichtung zu sehen ist, wie auf den Bildern. Erst ab dem Jahr 2010 habe sich die Szenerie auf den Etiketten geändert. Er habe sich ab diesem Zeitpunkt auf den Spätlesekurier und die vielen Spekulationen zu den Gründen seiner Verspätung bezogen.

Zwar sei die Existenz der Traubenboten seit 1718 durch die Buchhaltung des Klosters belegt, nicht aber die Hintergründe für die Verspätung, die zur Spätlese geführt haben. Mit den unterschiedlichen Theorien - Krankheit, Unwetter, Überfall durch Raubgesindel, amouröse Abenteuer und Trunkenheit – beschäftigen sich die Etiketten von Heribert Burkert, und er hat ihnen noch ein paar weitere hinzugefügt. Durch die eigenwillige Interpretation der historischen Stiche ist es Burkert gelungen, die weinselige Zeitreise authentisch wirken zu lassen. Die Schau ist noch bis Mitte Mai zu sehen. Der aus Fulda stammende Künstler hat nach dem Abitur am Freiherr-von-Stein- Gymnasium 1972 an der Kunsthochschule Kassel Grafik Design und Fotografie studiert. Schon 1968 war er Mitglied des Jungen Kunstkreises geworden. Nach dem Foto-Studium an der University of New Mexico in Abuquerque wurde er bis zu seiner kürzlichen Pensionierung Artdirektor bei der Frankfurter Werbeagentur Young & Rubicam in Frankfurt.


 


Arbeiten von Kurt J. Feldmann

Die Ausstellung geht bis Ende November 2019.