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Neues aus Kykladien
(FZ, 10.03.2001)

 

Heutzutage haben es Zyklopen nicht mehr mit gestrandeten Helden, sondern mit gefallenen Kometen zu tun. Die Abbildung auf dieser Seite zeigt Polyphem, jenes einäugige Ungeheuer der griechischen Mythologie, das Odysseus einst besiegte, indem er ihm einen glühenden Pfahl ins Auge rammte. Doch unser moderner Zyklop muss den menschlichen Irrfahrer nicht mehr fürchten; ihm droht eher Gefahr von Mr. Shoemaker Levy, jenem Kometen, der nach seiner spektakulären Auflösung im Jahre 1995 in gewaltigen Bruchstücken auf dem Jupiter einschlug…

„Zyklop Polyphemos, Shoemaker Levy erwartend“ heißt eine von 15 Skulpturen, die der Fuldaer Künstler und Grafiker Heiner Wolff ab Montag im Medienzentrum des Verlags Parzeller ausstellt. Es handelt sich dabei um späte Nachfahren jener rätselhaften Marmoridole, die im dritten und zweiten Jahrtausend vor Christus auf der ägäischen Inselgruppe Kykladen entstanden sind. Und wie das Schicksal Polyhems in modernen Zeiten gewaltigen Veränderungen unterworfen ist, so sind auch Wolffs Figuren ironische Metamorphosen ihrer griechischen Ahnen. Nicht mehr edler Marmor ist Werkstoff, sondern – profaner, aber doch altehrwürdig – die „Fuldaer Zeitung“. Sie bildet die Leiber der Götter und Helden, und ihre „Haut“ besteht aus Schnipseln, die ausschließlich dem Feuilleton und dem Magazin am Wochenende dieser Zeitung entrissen sind. Uns so sehen auch wir, die geistigen Erzeuger der Schnipsel, nun gemeinsam mit Freund Polyphem in den Himmel – und suchen und suchen das Licht des Komenten.


 
Die Ausstellung „Heiner Wolff – Neues aus Kykladien“ ist vom 12. bis 30. März montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr im Medienzentrum des Verlags Parzeller, Frankfurter Str. 8 in Fulda, zu sehen.
 
(Christoph Witzel, FZ, 10.03.2001)

 



Heiner Wolf
Heiner Wolff (März 1999)
Werke von Heiner Wolff
Verliebt, frustriert, beflügelt
(FZ, 14.03.2001)

Neues aus Kykladien
(FZ, 10.03.2001)


Download Neues aus Kykladien HW 3/01 (PDF)



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Arbeiten von Kurt J. Feldmann

Die Ausstellung geht bis Ende November 2019.